Posts gespeichert unter '· Buch'

Glanzstoffensemble in Wuppertal (Diplom)

Was ist Diolen? An ein Flugzeug gebunden schwebte diese Frage in den 50er Jahren über Wuppertal. Die Firma Glanzstoff produziert diese Kunstfaser. Ebenso wie Perlon, Nylon etc. Für die in Wuppertal sitzende Hauptverwaltung des Konzerns errichtete Hanns Dustmann ein mit Muschelkalkplatten verkleidetes Gebäudeensemble. Ein typisches Beispiel für die klassische Linie der Nachkriegsarchitektur. Dementsprechend formte ich das Layout:


Serifen, Kapitälchen, Kursive, Kolummnentitel – klassische Buchtypographie in rhythmischer Anordnung.

Das gestrichene Papier ist leicht holzhaltig – in Haptik und Optik sehr nah am 50er-Jahre-Bilderdruckpapier.

Als Pendant zur von Glanzstoff produzierten Kunstfaser ein glänzender, roter Umschlag.

_

Das Wuppertaler Opernhaus (Diplom)

Die überragende Qualität der Aufnahmen von Hugo Schmölz machten meine Arbeit überflüssig. Ich brauchte nichts weiter zu tun, als die Bilder zu putzen, aufzuziehen und mit dem Finger darauf zu deuten. 20 ausgesuchte Aufnahmen zeigen die schönsten Ansichten und Details des Opernhauses.

Die Bilder sind auf pastellig glänzenden Karton – entsprechend der damaligen Innenausstattung des Hauses – aufgezogen und einzeln in Pergaminhüllen eingetütet.

Architekturfotografie in den 50er Jahren. Schmölz ist sich der Zweidimensionalität des Mediums bewusst und setzt sie gekonnt ein. Die Lampen sind als Sternbilder angeordnet, u.a. der große Wagen.

Zeittypische Treppenläufe. Sie sind nicht miteinander verbunden – ist man einmal auf dem falschen Weg, hilft nur umkehren.

Das Foyer – hier mit einem Teppich von ›Vorwerk‹ ausgelegt. Nach einem Konkurrenzkampf mit dem ebenfalls in Wuppertal ansässigen Unternehmen ›Glanzstoff‹ wurde dieser Teppich herausgerissen und durch einen ›Glanzstoff‹-Teppich ersetzt.

Eine Außenansicht des Hauses.

_

RaumKunstBecher (Diplom)

Das Kleinkaufhaus für hochwertige Designermöbel fungierte zusätzlich als Galerie und war somit ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Wuppertal. ›Die gläserne Vitrine‹ wurde es genannt – Transparenz steht im Vordergrund und macht das ganze Gebäude zu einem einzigen Schaufenster.
Diese Besonderheit führt zu meinem faltbaren Möbeltester:

An zwei Stellen wurde ein Kreis ausgespart der mit transparenten Folien hinterlegt werden kann.

So kann ein Jeder testen, wie Corbusiers Sessel/Liege/Sofa oder ein saarin’scher Tulpenstuhl im eigenen Wohnzimmer aussehen würde.

_

Überblick – 50er Jahre Architektur in Wuppertal (Diplom)

Ausgehend vom Stadtplan Wuppertals wurden zwei A1-Plakate angelegt: eine Gesamtansicht und ein Innenstadtplan. Die Fotos und Texte zu den Gebäuden wurden an der Stelle des Stadtplans eingefügt, an der die Häuser tatsächlich stehen. So entstanden die Plakate.
Anschließend wurden ›Schnapp-schüsse‹ von den einzelnen Häusern gemacht und als Doppelseiten in ein neues Dokument eingefügt. Die ›mitfotografierten‹ Nachbargebäude wurden auf 20 % Grau abgeschwächt. So helfen sie bei der Verortung des vorgestellten Gebäudes, ohne störend zu wirken. Die ausklappbare Vor- und Rückseite zeigt die Plakate ohne Bilder und Texte, lediglich die Icons und Straßennamen sind sichtbar.


Die dreifarbig gebundene, offene Fadenheftung ist auch im Innern des Buches sichtbar.

Eine der Innenseiten. Die Johanniskirche wird auf diese Seite vorgestellt, die anderen Gebäude ausgegraut.

Das Inhaltsverzeichnis ist ausklappbar und nach den vier Kategorien der Charta von Athen geordnet:
Wohnen, Arbeit, Freizeit, Verkehr

Eines der beiden Plakate. Aufgrund der Anordnung auf dem realen Stadtplan nicht unbedingt als Plakat tauglich, als Stadtplan hingegen schon.

Vier Beispielseiten – dezenter Raster im im Hintergrund, aber sehr unterschiedlich. Irgendwie schön, wenn die Gestaltung sich beinahe von selbst ergibt.

_

Augenblicke (Diplom)

In einem samtweichem weißen Umschlag werden die wunderschönen Aufnahmen aus dem Wuppertal der 50er Jahre präsentiert. Unprätentiös doch faszinierend wie die Fassaden der Gebäude aus den 50er Jahren kommt der Einband daher, großzügig werden im Innern die Bilder gezeigt. Die Strenge und Gradlinigkeit der Aufnahmen unterstützt die Wirkung der Gebäude, die Autos und Menschen auf den Bildern führen mitunter zu sentimentalen Seufzern – besonders schön ist der in die Kamera lächelnde Autofahrer:

Die Beschreibung der Bilder wird ausgelagert – im vierfach gefalzten Umschlag findet sich innenseitig der Index.

_

Die 50er Jahre (Diplom)

Anhand von fünf Adjektiven charakterisiere und beschreibe ich die 50er Jahre. Zeittypische Farben, Schriften, Fotos – aufgezogen auf ein feingemustertes Wachspapier in 5 Pastelltönen helfen sich in die Zeit einzufinden.


Die Seiten können ausgefaltet, oder lediglich umgeblättert werden.

Eine kurze, zweifach gefalztes Seite. Jedem Adjektiv ist eine Schrift und eine Farbe zugeordnet, die Gestaltung ist verspielt-weißraumbetont und nutzt die langen Seiten aus.

›Gerastert‹ lautet das Adjektiv dieser Seite. Bestimmt wird sie von Ausschnitten aus Corbusiers Unité d’Habitation in Berlin.

Zwei lange, vierfach gefalzte Seiten.

_

Die 50er Jahre – Bildteil (Diplom)

Nach textlastiger Einführung folgt der Bildteil. Aufnahmen von Menschen und Architektur, ebenfalls in fünf Teilen. Hier die glücklichen Paare der Zeit.

_

Kritik der 50er-Jahre-Architektur (Diplom)

Meine Theoriearbeit. Ein Lesebuch. Klassische Typographie, Leineneinband, Rundrücken, Fadenheftung, Prägung, Lesebändchen – kaum zu fassen, dass meine Worte eine so schöne Form bekommen haben.


Graues Leinen und ein sehr griffiges, feingeprägtes Vorsatzpapier. Innen gelblichweißes, ungestrichenes, dünnes Papier.

Das Literaturverzeichnis wird durch die eingescannten Schmutztitel samt freigestellter Lesemarken aufgelockert.

Magentafarbende Fußnotenziffern, Kolumnentitel, 4 Grade von Überschriften, Fußnoten, Auszeichungen – eine wunderbare Herausforderung für Typo-Pingel.

Links der Fließtext, rechts Abbildungen, Fußnoten und Anmerkungen.

Mal gut gefüllt, mal sehr licht.

_

Abschließend (Diplom)

In diesem Heft erinnere ich mich an die vergangenen Monate. Papiersorten, verwendete Schriften, Dankesworte. Besonders beliebt waren die Kapitel ›Entstehung‹, in denen ich anhand von Zitaten einer Professoren die Entwicklung der Arbeit zusammenfasse und das Kapitel ›Fehler, die ich gemacht habe‹


Auf einem strukturierten Transparentpapier sind nach jedem Kapitel Fotos eingefügt, die unser Büro während der Diplomzeit zeigen. Der von post-its umrahmte Monitor, die 10 Haken, an denen die aktuellen Stände der einzelnen Hefte hingen, Zeitpläne, etc.

Passenderweise hat Adolf Loos’ Aufsatz ›Vom armen reichen manne‹ genau so viel Absätze, wie ich Schriften verwendet habe. Sehr lesenswert – in dieser Version erschweren Schriften wie die Mistral allerdings die Lesbarkeit …

Wie schön, das mein Thema den Einsatz so vieler Papiere erforderte bzw. rechtfertigte – so verfüge ich über diverse Papiermusterschuber und einige lehrreiche Erfahrungen.

_

Wissenschaftliches Buch

Layout eines wissenschaftlichen Lehrbuchs mit vier Stufen von Überschriften, langen Fußnoten et cetera – eine Freude für Typographen.


_

neuere Beiträge ältere Beiträge


Themenarchiv